Blogs & Socialmedia

Ganz kurz möchte ich meinen Text heute Abend halten, denn es geht nur um die kleine aber feine Info, dass es diesen Blog, neben wordpress & facebook, nun auch auf Instagram gibt. Ohne Hipster-Allüren. Versprochen. Dafür mit viel Freude am Lesen, Knipsen und natürlich Bloggen. 🙂

Welche Social-Media-Kanäle nutzt ihr? Oder warum nutzt ihr bestimmte Plattformen ganz absichtlich nicht? Welche Erfahrungen, Unterschiede & Resonanzen gibt es auf diesen Seiten?

Ich würde mich über die ein oder andere Rückmeldung freuen und wünsche allen einen guten Start in die Woche!

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,,Alles über Heather“ – von Matthew Weiner

Ein absolut spannender, wenn auch schmaler Roman, der einen verleitet, die Geschichte in einem durchzulesen. Heute erscheint ,,Alles über Heather“. 

Matthew Weiner, den man als Schöpfer von ,,Mad Men“ und in Verbindung mit den ,,Sopranos“ kennt, hat hier etwas verfasst, das stark in die Richtung des Roman Noir geht. 

Aber nun zum Inhalt: Es geht, wie der Titel schon leicht vermuten lässt, um Heather. Das Besondere hierbei ist, dass Heather nicht unbedingt die handelnde Person ist. Vielmehr kreisen sich die Gedanken und Handlungen aller anderen Personen um sie. So ist sie der ganze Stolz ihrer Mutter Karen Breakstone. Die nämlich sitzt schon in Heather’s Kindheit mit gebrochenem Herzen zuhause, bis sie Heather wieder aus dem Kindergarten abholen kann. Sie gibt ihren Job auf, vernachlässigt ihren Mann und lebt nur noch für ihr Kind. Ihre Vereinnahmung wird so stark, dass Mark Breakstone, Heathers Vater, irgendwann auf einen gemeinsamen Wochentag, allein mit seiner Tochter, besteht. Die beiden verstehen sich ebenso gut und sogar noch besser, als Heather während ihrer Pubertät starken Abstand zur Mutter nimmt. 

Das Familienkonstrukt der Breakstones scheint geladen & verzwickt und von beiden Elternteilen separat nur noch auf Heather ausgerichtet. 

Bobby Klasky wächst da ganz anders auf. Seine Mutter ist eine heroinabhängige Prostituierte, die mit immer neuen Männern zuhause auftaucht, – sein Vater ist bei all den vielen Bekanntschaften nicht zuzuordnen. Als Kind unbeobachtet und ohne Erziehung, landet Bobby später im Knast. Nach seiner Entlassung kreuzt er seinen Weg mit Heathers. Er scheint nun zu wissen, was er will. 

Eine spannungsgeladene, mit psychologischem Feingefühl gespickte Story voller Antihelden, die nicht gut ausgehen kann. – Oder doch?  

Heute, am 7.11.2017 in deutscher Erstübersetzung im Rowohlt Verlag erschienen. Der Originaltitel lautet “Heather, The Totality“ und erschien ebenfalls dieses Jahr. 

ISBN: 9783498094638, Gebunden, 144 Seiten, 16€

Kommentar zu dem Werk:

«Eine Tour de Force an kontrolliertem Stil und messerscharfer Psychologie. Der Anatomenblick und die stupende Kombination aus Mitgefühl und Gnadenlosigkeit erinnern mich an Flaubert und Richard Yates, die extreme Schlusspointe an Muriel Spark in ihren dunkelsten Momenten. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.»
MICHAEL CHABON

 – Amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor –

Deutscher Buchpreis 2017

Am Mittwoch startet die Frankfurter Buchmesse 2017. Zu diesem Anlass wurde heute Abend der diesjährige Deutsche Buchpreis verliehen. Er geht an den österreichischen Schriftsteller Robert Menasse mit seinem in Brüssel angesetzten Europa-Roman ,,Die Hauptstadt“.

Erschienen ist dieser letzten Monat (11.9.2017) im Suhrkamp Verlag. Weitere Infos zum Buch und zu Lesungen/Veranstaltungs-Terminen gibt es hier auf der Verlagsseite: http://www.suhrkamp.de/buecher/die_hauptstadt-robert_menasse_42758.html

Mit ihm nominiert auf der Shortlist waren:

  • Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag)
  • Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay)
  • Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser)
  • Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp)
  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp)

Der Preis wird jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben und soll die Aufmerksamkeit für deutschsprachige Literatur und ihre SchriftstellerInnen schaffen bzw. erhöhen. Der Hauptpreis ist mit 25.000€ dotiert. 

Insgesamt wurden 174 Romane von 106 Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingereicht. Eine jährlich wechselnde Jury, die aus sieben Personen der Medienwelt besteht, kürt nach eingehender Lektüre den Gewinner. 

Politisch und gesellschaftlich gesehen, gerade passend zu Emmanuel Macrons vorgetragenen Europa-Plänen, ist dies sicherlich, nicht nur dem Erscheinungsdatum nach, ein brandaktuelles Werk.  

Und wie es der Zufall will, komme ich gerade frisch aus Belgien (zwar dieses Mal nicht Brüssel, aber Antwerpen) zurück. Als hätte ich es geahnt. 😉  



Mystery Blogger Award

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Vor Kurzem wurde ich von der lieben Verena von mein Lieblingsleseplatz für den Mystery Blogger Award nominiert und freue mich auf diese Aktion. – Vielen Dank dafür! 🙂

Wer sich nun fragt, was genau der Mystery Blogger Award ist und umfasst, hier die Auflösung:
Die Aktion wurde von der Bloggerin Okoto Enigma gestartet und ist eine tolle Möglichkeit, dass BloggerInnen sich untereinander stärken, austauschen und unterstützen.

Hierzu muss man sich an folgende Regeln halten:

  1. Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.
  2. Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.
  3. Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
  4. Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge von Dir selbst.
  5. Beantworte die Fragen des Nominierenden.
  6. Nominiere selbst 10-20 Blogger.
  7. Frage Deine Nominierten 5 originelle Fragen Deiner Wahl.
  8. Teile 5 Links zu Deinen besten Blogposts.
  9. Benachrichtige Deine Nominierten, indem Du in Ihrem Blog kommentierst.

Also! Hier die drei gewünschten Fakten über mich:

1. Als Buchhändlerin einer unabhängigen Buchhandlung & ohne dass ich dafür etwas bekomme: Ich bin ein absoluter Liebhaber des Diogenes Verlags in Zürich und habe von Klein auf Bücher aus diesem Verlag verschlungen. Ansonsten finde ich es Quatsch, sich an einem Verlag, einer Marke, einem Namen zu orientieren, da Inhalte immer unabhängig davon betrachtet werden sollten, – aber Diogenes hat mich einfach nie, nie, nie enttäuscht.

2. Trotz der Arbeit im Buchladen, bin ich ein unglaublich großer Filmfan und schaue neben dem täglichen und beruflichen Bücherlesen – und egal wie viele Bücher ich schaffe, – immer noch mehr Filme, als dass ich Bücher lese.

3. Im März 2018 geht es für meinen Freund und mich ein halbes Jahr lang nach Südamerika, bis hoch nach Kuba, wenn alles so klappt, wie wir es uns vorstellen. Da werde ich natürlich berichten. 🙂

Nun, da diese Dinge gelüftet sind, kommen meine Antworten auf Verena’s gestellte Fragen:

  1. Kannst Du Dich noch an das erste Buch erinnern, dass Du Dir selbst gekauft hast? Welches war das?
    Ich kann mich nicht an mein erstes selbst gekauftes Buch erinnern. Erinnern kann ich mich jedoch an die Bücher, die mir in früher Kindheit vorgelesen & geschenkt wurden. Diese Erinnerungen sind vielleicht noch schöner. Geprägt hat mich besonders das Jugendbuch, das mein Vater mir mal mitgebracht hat: ,,Roter Blitz“ von Astrid Frank, das auf einer wahren Begebenheit beruht, mich so beeindruckt hat, dass ich sogar Aufsätze in der Schule darüber schrieb und das mittlerweile gar nicht mehr aufgelegt wird.
  2. Kaffee oder Tee? Was darf zu einem guten Buch nicht fehlen?
    Wenn ich mich zwischen Kaffee und Tee entscheiden müsste, würde ich definitiv den Tee wählen. Andernfalls würde ich ganz untypisch lieber zum Kakao greifen.
  3. Ebook oder gedrucktes Buch? Oder beides? Was liest Du lieber?
    Gedruckte Bücher sind mir allemal lieber. Für eine Buchhändlerin nicht gerade überraschend. Aber ich brauche das Haptische beim Lesen. Wenn’s mal schnell und leicht sein muss, dann nehme ich den Tolino zur Hand, aber das dann auch eher, weil es praktisch – nicht, weil es schöner ist.
  4. Welchen Autor möchtest Du gern mal zum Abendessen treffen?
    Zum Abendessen würde ich mich gern mit… Hemingway treffen. Wird schwierig, ich weiß. Aber wenn ich mir vorstelle, wie er vielleicht wohl war, tiefgründig, mit Erfahrungen aus dem spanischen Bürgerkrieg zurück, über seine Werke diskutierend und sich dabei mit Stil, trinkfest einen hinter die Binde kippen; das würde wohl ein guter Abend sein.
  5. Wenn Du EINE Romanfigur wieder zum „Leben“ erwecken könntest, die ein „böser“ Autor hat sterben lassen – welche wäre das?
    Es klingt vielleicht hart, aber im Nachhinein war jedes Buch, das mir wirklich gefallen hat, gut so, wie es geschrieben wurde. Oftmals habe ich zwar gelitten, wenn ein Charakter starb, wie z.B bei ,,Betty“ aus Philippe Djians legendärem ,,Betty Blue“ oder auch beim vermeintlich stummen Indianer Chief Bromden aus Ken Keseys ,,Einer flog über das Kuckucksnest“. Doch ich hätte mir die Geschichten kein bisschen anders gewünscht, da ein besseres Ende oder gar ein Happy End, nicht mehr so tiefgehend und bedeutend gewesen wären.

 

Meine fünf besten Blogposts:

Da es meinen Blog erst seit vier Monaten gibt, habt ihr die meisten Posts bereits mitbekommen, ansonsten ist meine Seite auch noch recht leicht zu durchforsten, sollte es wen nun doch in den Fingern jucken, die ‚alten‘ Beiträge zu durchkämmen.

So, und nominieren möchte ich folgende Blogs, die mir sehr gefallen:

(Falls ich wen erwische, der bereits nominiert wurde, schon zu viel davon hat, keine Zeit findet, wie auch immer, dem sei gegönnt, sich zu verweigern. Ich freue mich auf neue Vernetzungen, da ich, wie gesagt, noch nicht sehr lange in der Bloggerwelt umher-tippe.)

FLUFFY WORDS (weil mir die Auswahl der vorgestellten Bücher sehr gefällt.)

Eva von the lost art of keeping secrets (wir überschneiden uns des Öfteren, was das Lesen der gleichen Bücher zur gleichen Zeit angeht.)

Marina von literaturleuchtet (weil ich das Lesepensum bewundere.)

meineliteraturwelt (die Kombi aus Rezensionen und Selbstgeschriebenem gefällt mir.)

Lilli von Lillis Buchseite (weil ich die Aufmachung der Seite mag.)

Vanessa von Vanessas Bücherecke (ich stolpere in diversen Facebook-Gruppen über Deine Rezensionen und lasse mich inspirieren.)

Mona von Tintenhain (weil ich mich immer super mit Tipps eindecken kann, – auch zu Büchern, über die ich sonst vielleicht nicht unbedingt stolpern würde.)

Meine fünf  Fragen an meine Nominierten:
1.) Hat Dich ein einziges, ganz bestimmtes Buch für das weitere Leben geprägt?
2.) Welches Buch hast Du mal vor lauter Ärger in die Ecke geworfen, weil dessen Inhalt so unerträglich war?
3.) Wie lange machst Du Dir im Nachhinein über gelesene Bücher Gedanken?
4.) Hat Dir ein Buch in einer schwierigen Situation einmal weitergeholfen?
5.) Welches Buch hast Du am häufigsten nochmal gelesen & wieso?

Mir hat das Resümieren, Nachdenken und Fragen beantworten viel Spaß gemacht.

Beste Grüße & bis bald,
Chiara

„Wer hier schlief“ von Isabella Straub

So ein schönes, skurriles und humorvolles Buch:

Es geht um Philipp, der gerade seiner erfolgreichen Frau, der er beruflich viel zu verdanken hat, den Laufpass gegeben hat, um ein gemeinsames Leben mit seiner freigeistigen Affäre Myriam zu starten, die wiederum nicht mehr auffindbar ist.

Während er sich also mit seinem Bild „Adam“ im Arm, auf die Suche nach seiner Liebe macht, wird klar, dass nichts so ist, wie Myriam in deren bisherigen gemeinsamen Treffen erscheinen ließ. Und selbst als er vor ihrer Wohnung steht und eine fremde Frau dort wohnt, findet er Begründungen, die alles relativieren und dass Myriam sich, zu seinem Schutz, etwas dabei gedacht haben wird.

Eine sehnsüchtige Suche wird zu einem Lauf mit Überlebensstrategien und allerlei sonderbaren und besonderen Begegnungen. Diese Suche von Philipp Kuhn deckt viele Fragen auf. Was ist man bereit aufzugeben, um vielleicht alles, was man braucht, zu bekommen. Und wie ist es, alles zu verlieren und vielleicht dennoch glücklich zu werden.
Die Frage, die vorausgeht, ist: Zu wie viel ist man bereit, um sich selbst zu retten? Eigentlich eine tolle Darstellung von Freiheit, die eben auch die Schattenseite, dieses oft leichtfertig benutzten Wortes, zeigt.
Ein sehr intelligentes Buch, das man nicht mehr weglegen möchte, bevor man alles weiß und über das man reden muss.

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Klappentext:
Philipp Kuhn schluckt Refluxtabletten und verkauft Sicherheitstüren. Er ist nicht unzufrieden, aber glücklich ist er auch nicht. Bis er überraschend die Chance bekommt auf das richtige Leben. Es heißt Myriam. Und Kuhn macht ernst, opfert alles. Die Frau, den Job, alle Sicherheiten. Doch es kommt anders. Myriam verschwindet im Gewühl der Stadt. Und je länger die Suche andauert, desto weiter scheint Kuhn sich zu entfernen, nicht nur von Myriam, auch von sich selbst. Wer hier schlief ist eine moderne Odyssee, bei der Kuhn alles aufs Spiel setzen muss: seine Liebe, seine Gesundheit, seine Existenz.

Heute, am 15. September 2017 im Blumenbar Verlag bei Aufbau erschienen.

,,Der Preis, den man zahlt“ – Ein Auftakt

Der neue Spionage-Roman des spanischen Erfolgs-Autoren Arturo Pérez-Reverte ist erschienen. Es ist der Auftakt zu einer neuen Serie des eigensinnigen & charmanten Agenten Lorenzo Falcó.

Mir war der Schriftsteller Pérez-Reverte bis dato kein wirklicher Begriff, doch habe ich bereits – ohne es zu wissen – einiges gesehen, dessen Drehbücher aus seiner Feder stammen. So basiert der Film ,,Die neun Pforten“ mit Johnny Depp, auf seinen Schriften. Auch die aktuelle Serie ,,Queen of the South“, die mir persönlich sehr gefällt und von einer sympathischen Frau handelt, die Stück für Stück in den Strom der Drogenkartelle kommt und sich dort behaupten muss, ist den Vorlagen dieses Autors entnommen.

So, nun zum neuen Buch: Wir sind im Jahre 1936 und der eingangs erwähnte spanische Agent soll auf Geheiß von oben einen politischen Gefangenen mit Rang und Namen befreien. Dass dies, besonders in Zeiten des spanischen Bürgerkriegs, mehr als verzwickt ist, braucht nicht weiter erwähnt zu werden. Die Falangisten (die Nationalen) und ,,Die Roten“ metzeln sich mit brennender Überzeugung gegenseitig nieder und Lorenzo Falcó bekommt inmitten dessen ein paar wenige Leute an die Seite gestellt, auf die man sich verlassen können sollte. 

Wer nun ein richtiges oder falsches Spiel spielt, wer eigene Wege geht und was für Interessen hinter allem stecken, das bleibt herauszufinden. 

Ein schnelllebiger Spionage-Roman, der begeistert. Der Schreibstil ist ein Genuss, mit dem Blick für die wesentlichen Details, die ein tolles spanisches Flair kreieren, und dabei weder zu blumig noch zu brutal werden. Der Agent, der die Angelegenheiten ernst und professionell einzuschätzen weiß, dabei jedoch seinen Charakterzügen als gnadenloser Schürzenjäger und Charismat nicht immer Einhalt gebieten kann, wird einem trotz einer gewissen Distanzierung so sympathisch, dass man sich auf einen weiteren Auftrag in einem weiteren Werk freut. 

Die Zeitung ,,LA REPUBBLICA“ schreibt dazu: ,,Steven Spielberg + Umberto Eco = Arturo Pérez-Reverte“. Wenn das mal nichts ist! 

Erschienen bei Suhrkamp im Insel Verlag. http://www.suhrkamp.de/buecher/der_preis_den_man_zahlt-arturo_perez-reverte_17719.html

Zu bestellen in jeder örtlichen Buchhandlung. 

ISBN: 978-3-458-17719-7, 296 Seiten, 22€