,,Olga“ – von Bernhard Schlink

Nun, ich habe zeitweise Liebeskummer bekommen. Es lag an ,,Olga“. – Die neue vom Bernhard Schlink. 

Es ist wieder ein wunderbares Buch geworden, wie man es sich von Schlink, und wenn es bei Diogenes erscheint, schon denken kann. Aber es ist eines, das in einem Mitgefühl bzw. Gefühle erweckt, die man im eigenen Leben vermeiden möchte.

Beginnend im 19 Jh. bis 1971 und weiter, wird das Leben von Olga, insbesondere ihre Liebe zu einem Mann erzählt, der sich im Abenteuer, der Ferne und dem Eis zu verlieren scheint. 

Hinzu kommen die geschichtlichen Hintergründe während dieser Zeit, die auch den 1. und 2. Weltkrieg umfassen, aber kein hauptsächliches Thema darstellen. 

Dieses Buch bietet so viel Gefühl, Bedauern, Vermissen und unendliche Liebe, ohne Kitsch. Es ist schön und traurig und schön und traurig – und dann doch wieder schön. 

Heute erschienen und insbesondere in den lokalen Buchhandlungen erhältlich. 

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,,Ein Gentleman in Moskau“ – Amor Towles

Im Allgemeinen neige ich nicht zu Liebesbekundungen & Superlativen. – Doch dieses Buch ist wohl das wunderbarste, das mir 2017 in die Finger kam.

,,Ein Gentleman in Moskau“ von Amor Towles. 

Neben humorvollen Wortgefechten und liebevollem Erzählen, hat dieses Werk kluge Charaktere und raffinierte Handlungen, gespickt mit informativen historischen Ereignissen (Moskau 1922-1954), zu bieten, die einen bis auf die letzte Seite begleiten & immer mehr begeistern. 

Für mich ist klar: Auch wenn ich bereits durch den Klappentext angefixt war, habe ich dieses Buch, vor und während des anfänglichen Lesens, bei Weitem unterschätzt. (Und damit nicht genug, …aber lest selbst, falls ihr mögt.😊)

Klappentext: 
‚Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen. Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen wächst der Graf über sich hinaus.‘

Ich hoffe, ihr seid gut in’s neue Jahr gekommen! Mit welchem Buch habt ihr das Jahr 2017 beendet? Bzw. mit welchem Titel fangt ihr das neue Jahr an? 🙂

Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben – Iris Radisch

Ein Kanon bedeutender französischer Schrifsteller/innen! 

Er beginnt mit den Existenzialisten Camus, Sartre, Beauvoir und den Schriftstellerkreisen in deren Umfeld. Ein bedeutendes Stück Literaturgeschichte Frankreichs ohne den Anspruch auf Komplettierung oder Gesamtheit zu haben. Es ist viel mehr eine Art subjektive Reise der Autorin in die Vergangenheit. Kurzbiografien und Zusammenhänge. Mithilfe von Philosophien, damaligen Lebenssituationen, zurückliegenden Interviews und anderen Quellen ergeben sich gute Einblicke. Viele weitere Autor(inn)en werden erwähnt und deren Bücher oder Thematiken angerissen oder vertieft. Mit dabei sind: Francoise Sagan, Roland Barthes, Patrick Modiano, Yazmina Reza u.v.m.

Die Autorin Iris Radisch wurde 1959 in Berlin geboren, ist Journalistin bei der ZEIT. Sie war als Fernsehmoderatorin tätig und bekam 2008 den Medienpreis für Sprachkultur verliehen. 

Das Buch ist kürzlich erschienen beim Rowohlt Verlag.

Neue Bücher in Sicht. 

Es ist wieder soweit und die ersten Verlage schicken uns ihre Vorschauen für die im Frühjahr erscheinenden Bücher in die Buchhandlung. 

Nun heißt es sichten, stöbern, Notizen machen und auswählen. Ich bin schon sehr gespannt, was da an neuer Literatur auf uns alle zukommt! 🙂

Jährlich erscheinen ca. 90.000 Neuerscheinungen in Deutschland. 

Wie entscheidet ihr bei all den neuen Büchern immer, was ihr Euch als nächstes zu Lesen schnappt? Geht es nach Verlag, Autor/in, Thema oder Empfehlungen? 

Blogs & Socialmedia

Ganz kurz möchte ich meinen Text heute Abend halten, denn es geht nur um die kleine aber feine Info, dass es diesen Blog, neben wordpress & facebook, nun auch auf Instagram gibt. Ohne Hipster-Allüren. Versprochen. Dafür mit viel Freude am Lesen, Knipsen und natürlich Bloggen. 🙂

Welche Social-Media-Kanäle nutzt ihr? Oder warum nutzt ihr bestimmte Plattformen ganz absichtlich nicht? Welche Erfahrungen, Unterschiede & Resonanzen gibt es auf diesen Seiten?

Ich würde mich über die ein oder andere Rückmeldung freuen und wünsche allen einen guten Start in die Woche!

,,Alles über Heather“ – von Matthew Weiner

Ein absolut spannender, wenn auch schmaler Roman, der einen verleitet, die Geschichte in einem durchzulesen. Heute erscheint ,,Alles über Heather“. 

Matthew Weiner, den man als Schöpfer von ,,Mad Men“ und in Verbindung mit den ,,Sopranos“ kennt, hat hier etwas verfasst, das stark in die Richtung des Roman Noir geht. 

Aber nun zum Inhalt: Es geht, wie der Titel schon leicht vermuten lässt, um Heather. Das Besondere hierbei ist, dass Heather nicht unbedingt die handelnde Person ist. Vielmehr kreisen sich die Gedanken und Handlungen aller anderen Personen um sie. So ist sie der ganze Stolz ihrer Mutter Karen Breakstone. Die nämlich sitzt schon in Heather’s Kindheit mit gebrochenem Herzen zuhause, bis sie Heather wieder aus dem Kindergarten abholen kann. Sie gibt ihren Job auf, vernachlässigt ihren Mann und lebt nur noch für ihr Kind. Ihre Vereinnahmung wird so stark, dass Mark Breakstone, Heathers Vater, irgendwann auf einen gemeinsamen Wochentag, allein mit seiner Tochter, besteht. Die beiden verstehen sich ebenso gut und sogar noch besser, als Heather während ihrer Pubertät starken Abstand zur Mutter nimmt. 

Das Familienkonstrukt der Breakstones scheint geladen & verzwickt und von beiden Elternteilen separat nur noch auf Heather ausgerichtet. 

Bobby Klasky wächst da ganz anders auf. Seine Mutter ist eine heroinabhängige Prostituierte, die mit immer neuen Männern zuhause auftaucht, – sein Vater ist bei all den vielen Bekanntschaften nicht zuzuordnen. Als Kind unbeobachtet und ohne Erziehung, landet Bobby später im Knast. Nach seiner Entlassung kreuzt er seinen Weg mit Heathers. Er scheint nun zu wissen, was er will. 

Eine spannungsgeladene, mit psychologischem Feingefühl gespickte Story voller Antihelden, die nicht gut ausgehen kann. – Oder doch?  

Heute, am 7.11.2017 in deutscher Erstübersetzung im Rowohlt Verlag erschienen. Der Originaltitel lautet “Heather, The Totality“ und erschien ebenfalls dieses Jahr. 

ISBN: 9783498094638, Gebunden, 144 Seiten, 16€

Kommentar zu dem Werk:

«Eine Tour de Force an kontrolliertem Stil und messerscharfer Psychologie. Der Anatomenblick und die stupende Kombination aus Mitgefühl und Gnadenlosigkeit erinnern mich an Flaubert und Richard Yates, die extreme Schlusspointe an Muriel Spark in ihren dunkelsten Momenten. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.»
MICHAEL CHABON

 – Amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor –